Über KONTEC 2009*

Vom 15. bis 17. April 2009 fand zum neunten mal die KONTEC – Internationales Symposium "Konditionierung radioaktiver Betriebs- und Stilllegungsabfälle" einschließlich 9. Statusbericht des BMBF "Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen" – statt. Nachdem die Veranstalter mit sehr guter Teilnehmer- und Ausstellerresonanz zur KONTEC 2007 erstmals ins Congress Center Dresden eingeladen hatten, war auch für 2009 in die sächsische Landeshauptstadt an der Elbe eingeladen worden.

Mit rund 790 Teilnehmern aus 13 Nationen konnte diese im 2-jährigen Rhythmus stattfindende international etablierte Fachveranstaltung wiederum auf ein weiter gesteigertes Teilnehmerinteresse an den präsentierten und diskutierten Themen verweisen.

Das gemeinsam mit der Fachgruppe "Stilllegung und Entsorgung" der Kerntechnischen Gesellschaft organisierte Symposium machte mit den nationalen und internationalen Fachbeiträgen zu den einzelnen Schwerpunktthemen auch die wachsende Bedeutung der betreffenden Fachgebiete Stilllegung, Rückbau und Abfallbehandlung deutlich. Dabei zeigten die insgesamt 39 Vorträge und 41 Posterpräsentationen, dass die Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen eine planbare, lösbare und eingeplante Komponente kerntechnischer Anlagen ist. Die vorgestellten Technologien gehören dabei zu den heutigen Hochtechnologien mit fortschrittlichsten Verfahren.


KONTEC 2009: Dresden, 15. bis 17. April 2009

Zum vierten Mal wurden die Vorhaben aus dem FuE-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen" (9. Statusbericht) des Projektträgers Forschungszentrum Karlsruhe (PTKAWTE) vorgestellt und in das Programm integriert, um beginnende, laufende und abgeschlossene FuE-Ergebnisse in die Diskussion einzubringen.

Zu Beginn der Plenarsitzung am ersten Veranstaltungstag wurden die jeweils besten Plenar-, Poster- und "KONTEC DIREKT"-Kurzvorträge des vergangenen Symposiums prämiert (vgl. atw 4 (2007).

Zum Abschluss der KONTEC nahmen die Veranstalter die ursprüngliche Tradition wieder auf, und prämierten die Preisträger des aktuellen Symposiums. Professor Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Bach, Vorsitzender des Programmausschusses, hielt dazu eine kurze Laudation und zeichnete folgende Autoren aus:

Burkhard Stahn vom Forschungszentrum Jülich wurde für den besten Plenarvortrag mit dem Titel "Der Rückbau des Forschungsreaktors FRJ-1 (Merlin) bis zur "Grünen Wiese" – Erfolge und Hürden beim Rückbau eines Forschungsreaktors der Megawatt-Klasse", gehalten in der Sektion 2 "Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen", geehrt.

Ralph Risch von der Wissenschaftlich-Technischen Ingenieurberatung GmbH erhielt die Ehrung für den besten Postervortrag zur "Fassmessanlage FAME als Instrument der Datenerfassung für die Abfallgebindedokumentation", präsentiert in der Sektion 1 "Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen".

Für den KONTEC DIREKT-Beitrag "Maßnahmen zur Strahlenschutzvorsorge radioaktiv belasteter Großflächen durch Sanierung mittels Phytoremediation und anschließende Verwertung der belasteten Pflanzenreststoffe (Phytorest)" in der Sektion 3 "Anlagen und Systeme zur Behandlung und Verpackung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen" erhielt Dr. Sabine Willscher die KONTEC-Auszeichnung.

Folgende Themen standen im Fokus der Plenarvorträge sowie der Poster-Präsentationen, von denen ausgewählte im Rahmen der KONTEC DIREKT als Kurzvorträge behandelt wurden:

– Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus Betrieb und Stilllegung kerntechnischer Anlagen
(Disposal of Radioactive Residues from Nuclear Facilities’ Operation and Decommissioning)

– Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen (Decommissioning and Dismantling of Nuclear Facilities)

– Anlagen und Systeme zur Behandlung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen (Facilities and Systems for the Conditioning of Operational and Decommissioning Wastes)

– Transport, Zwischen- und Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden Abfällen (z.B. Konrad) (Transport, Interim and Final storage of Non-heat Generating Wastes (i.e. Konrad))

Eine begleitende Fachausstellung mit 45 Ausstellern rundete das Tagungsangebot ab.


KONTEC 2009: Dresden, 15. bis 17. April 2009

Die erste Plenarsitzung unter Leitung von Günter Petzold (RWE Power AG) und Rudolf-Josef Printz (Forschungszentrum Jülich) hatte in 6 Vorträgen die "Entsorgung von radioaktiven Reststoffen aus in Betrieb und Stilllegung kerntechnischen Anlagen" zum Thema.

Technologisch orientierte Vorträge der Sitzung hatten zum Thema die "Standortabfallbehandlungszentren für die Westinghouse AP1000-Projekte in Sanmen und Haiyang, VR China: Konzeptplanung und Anlagenauswahl", "Fortschreibung der Endlagerungsbedingungen Konrad - Umsetzung der abfallbezogenen Nebenbestimmungen aus dem Planfeststellungsbeschluss Konrad", "Externe Entsorgung von Reststoffen am Beispiel von vier Dampferzeugern aus dem Rückbau des Kernkraftwerkes Stade", "Entfernung der Pins und Rollers, Dosisleistungsmessungen, Aktivitätsberechnungen und Verpackungskonzept für KKL-Steuerelemente", "Betriebserfahrungen bei der Entleerung von Behältern mit flüssigen radioaktiven Abfällen" sowie "Neue Möglichkeiten in der erweiterten GNS-Betriebsstätte Duisburg".

Die mit 17 Vorträgen wiederum stark besetzte Plenarsitzung der Sektion 2 "Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen" unter Leitung von Udo Helwig (VKTA Rossendorf), Dr. Helmut Steiner (Kernkraftwerk Gundremmingen), Peter Hildwein (NIS Ingenieurgesellschaft mbH) und Dr. Holger Spann (E.ON Kernkraft GmbH) umfasste sowohl Beiträge mit übergeordneten, konzeptionellen Themen als auch Beiträge zu technischen Detaillösungen für spezielle Aufgaben.

Dr. Jörg Feinhals (TÜV Nord SysTec) und Dr. Wolfgang Birkholz (Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern) zeigten dazu "Perspektiven für die Stilllegung" auf, Günter Hupe (RWE Power AG) sprach zu "Organisationsformen für den Rückbau kerntechnischer Anlagen" und Burkhard Stahn, Rudolf-J. Printz, Karel Matela und weitere Autoren des Forschungszentrums Jülich legten den "Rückbau des Forschungsreaktors FRJ-1 (MERLIN) bis zur "Grünen Wiese" – Erfolge und Hürden beim Rückbau eines Forschungsreaktors der Megawatt-Klasse" dar.

Die weiteren Beiträge hatten zum Thema: "Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Obrigheim", "Zerlegung der RDB-Einbauten im Kernkraftwerk Würgassen", "Eine vergleichende Übersicht über Entsorgungskonzepte für Großkomponenten", "Vergleich der unzerlegten Einlagerung von Großkomponenten aus der Stilllegung von Kernkraftwerken mit der unmittelbaren Zerlegung und Verpackung", "Rückbau Biologischer Schild FZK/ MZFR", "Demontage von hochkontaminierten HAWC-Lagerbehältern – Neue Erkenntnisse und Herausforderungen beim Rückbau der WAK", "Ausbau der Primärabschirmung der Kompakten Natriumgekühlten Kernreaktoranlage", "Zerlegung des Dampftrockners im Kernkraftwerk Würgassen", "Die Verfüllung des AVR-Reaktorbehälters - Technische und logistische Ausführung", "Rückbau des Endlagers für flüssige radioaktive Abfälle "ALfR-flüssig" im KKW Rheinsberg", "Rückbau der Versuchsverbrennungsanlage für radioaktive Abfälle am Paul Scherrer Institut", "Rückbau einer Neutronengeneratoranlage und ein Tritiumproblem", "Konzeptionelle und organisatorische Grundlagen für den Rückbau des KKS bei Demontage, Reststoffbearbeitung und Entsorgung" sowie "Rückbau des Thermischen und Biologischen Schildes des Rossendorfer Forschungsreaktors".

Anlagen und Systeme zur Behandlung und Verpackung von Betriebs- und Stilllegungsabfällen standen im Vordergrund der von Dr. Ralf Versemann (RWE Power AG) und Dr. Michael Weigl (Forschungszentrum Karlsruhe) geleiteten Plenarsitzung der Sektion 3. Die 6 Präsentationen waren entsprechend auf Technologien konzentriert. Das Spektrum der Beiträge reichte von "Dekontamination radioaktiv belasteter Betonoberflächen mittels eines manipulatorgetragenen Lasersystems", "Metal Matrix Composites als Schneidwerkstoff für Metallverbundstrukturen beim Rückbau von kerntechnischen Anlagen" über den "Fluch der ´alten´ Baustoffe - PAK's auch beim kerntechnischen Rückbau", bis hin zu "Neuen Anlagen zur Behandlung radioaktiver Flüssigabfälle", "Anwendung der Harz-Heiss-Hochdruckverpressung für die Behandlung von Kugelharzen aus Druckwasserreaktoren: Darstellung einer Verfahrensweiterentwicklung von der Problemstellung bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme im Werk" und "Ausrüstung und verfahrenstechnischer Ablauf in der "Heißen Zelle – Gruppe 3 Abfall" - ein Teilbereich des neuen Abfallbehandlungszentrums und Lager-Einrichtungen des Ignalina Nuclear Power Plant".

In der von Hans-Jürgen Blenski (GNS Gesellschaft für Nuklear-Service), Dr. Heinz Kröger (TÜV Nord EnSys), Dr. Heinz Geiser (GNS Gesellschaft für Nuklear-Service) und Dr. Peter Brennecke (Bundesamt für Strahlenschutz) geleiteten Plenarsitzung der Sektion 4 Transport, Zwischen- und Endlagerung von nicht wärmeentwickelnden Abfällen (z. B. Konrad) stand mit dem Vortrag von Dr. Volker Kunze (Bundesamt für Strahlenschutz) zum "Stand der Errichtung des Endlagers Konrad" der Weg zur Realisierung einer sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle im Fokus. Die sich anschließenden 8 Beiträge behandelten i.w. Themen in direktem Zusammenhang mit diesem ab ca. 2014 verfügbaren Endlager für Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Titel der Beiträge waren "Behälter-Bauprüfung für das Endlager KONRAD: Erfahrungen und Perspektiven aus Sicht der BAM", "Bauartprüfungen für Behälter des Endlagers Konrad", "Genehmigungsverfahren für Großkomponententransporte aus der Stilllegung kerntechnischer Anlagen", "Umsetzung der wasserrechtlichen Nebenbestimmungen in Maßnahmen zur Produktkontrolle", "Die Abfallgebindedokumentation vor dem Hintergrund der Öffnung des Endlagers Konrad" und "Beurteilungsmethoden für Transport- und Lagerbehälter mit erhöhten metallischen Reststoffanteilen - Behälterbruchsicherheitsuntersuchungen und Entwicklung eines KONRAD-Referenzprüfstandfundamentes".

* Auszug aus atw 54. Jg. (2009) Heft 8/9 – August/ September
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